24.12.2012

Frohe Weihnachten!

Es ist nun schon das zweite Weihnachtsfest, das ich in den Emiraten verbringe.
 
Dieses Jahr haben wir uns ein sehr schönes Plätzchen mitten in der Wüste gesucht - und natürlich hatten wir auch unseren (allerdings nicht echten) Weihnachtsbaum dabei.
 
 
Auf diesem Wege möchte ich vor allem meiner Familie und meinen Freunden auf und aus der ganzen Welt aber auch allen Lesern frohe Weihnachten wünschen!
 
 
Merry Christmas to my family, all my friends from and in all over the world and to all followers!
 
 

 

18.12.2012

Und schon ist ein Jahr vorbei!

So schnell geht das...

Ein jahr in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist rum und was soll ich sagen... es ist verdammt viel passiert.

Ich habe in den vergangenen zwölf Monaten eine Menge interessante Menschen kennen gelernt, habe ein sehr spannendes Land kennen gelernt (wobei ich immer noch fast täglich neue Erfahrungen mache) und habe in einem sehr interessanten Job arbeiten können.

Es macht mir nach wie vor immer noch viel Spaß mit meinen deutschen und arabischen Kollegen zusammen zu arbeiten, wenngleich ich mich natürlich nicht jeden Morgen freue, wenn ich arbeiten "darf". Ist eben auch "nur" ein Job. Allerdings möchte ich im Moment auch nicht tauschen...

Aber auch außerhalb der Arbeit habe ich eine Menge Menschen aus der ganzen Welt kennen gelernt, die ich inzwischen nicht mehr missen möchte. Darunter Sänger/innen, Musiker, Fotografen, Fussballfans, Manager und und und...

Und auch meine Freunde in Deutschland möchte ich nicht vergessen, sei es bei der Feuerwehr oder im privaten Umfeld. Ich habe hier durchweg positive Reaktionen auf meine Entscheidung in die Emirate zu gehen bekommen. Vielen Dank dafür!!

Was ist sonst noch in der letzten Zeit geschehen?

Im November habe ich meine Mutter an ihrem Geburtstag in Deutschland besucht. Der Besuch war als Überraschung geplant. Und was für eine Überraschung das war! Mein Vater und ich hatten alles geplant und es hat bestens funktioniert! Leider war auch dieser Aufenthalt wieder viel zu schnell vorbei.

Soviel also zu meinem Rückblick auf das Jahr 2012, auch wenn es noch nicht ganz vorüber ist (und vielleicht ja nie endet?) und bestimmt noch irgendwelche Überraschungen für mich bereit hält.

An dieser Stelle wünsche ich allen Lesern frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Und allen Lesern vielen Dank für die Verfolgung meines Geschreibsels....

Man liest sich!

03.11.2012

Endlich mal wieder Neues

Und wieder ist eine lange Zeit seit meinem letzten Post vergangen, viel ist seitdem passiert.

Anfang August konnte ich endlich nach acht Monaten in den Emiraten zu meinem ersten Heimaturlaub nach Deutschland fliegen.

Also ging es am 8. August zunächst nach München (mit einem A380 von Emirates, ein riesiges Flugzeug!), wo mich meine Eltern abholten, wir haben dann zusammen ein paar schöne Tage im Bayerischen Wald verbracht.

Am 23. fuhren wir dann nach Hamburg (genauer Barsbüttel). Endlich mal wieder zu hause!! Ich habs wirklich genossen. Und ganz wichtig: endlich mal wieder Schweinefleisch in den verschiedensten Formen!!! Das fehlt mir hier dann doch gelegentlich...

Leider war mein Urlaub schon viel zu früh wieder vorbei, am 4. September ging mein Flug von Hamburg nach Dubai.

Und auch hier ist einiges geschehen. Der Alltag nimmt seinen Lauf, ab und zu gibt es dann aber immer wieder mehr oder weniger besondere Ereignisse.

Vor gut zwei Wochen ist in Fujairah ein Supermarkt abgebrannt, mit ihm das Dachgeschoss einer benachbarten Druckerei. Das Feuer hat uns immerhin neun Stunden beschäftigt und es waren Kräfte aus dem ganzen Emirat vor Ort. Zum Glück geschehen derartige Dinge hier eher selten.


fujeyes.com


Ein sehr viel erfreulicheres Erlebnis hatte ich vor einer Woche. An dem Wochenende waren Eid-Feiertage, wenn ich das richtig verstanden habe das islamische Opferfest. In diesem Rahmen war die Besucherplattform des Burj Khalifa (das höchste Gebäude der Welt) in der 124. Etage 24 Stunden am Tag geöffnet. Ich habe mir im Voraus über das Internet einen Slot für vier Uhr morgens gebucht, um den Sonnenuntergang beobachten und ein paar schöne Fotos machen zu können. Es war schon erstaunlich, wieviele Fotographen, Profis oder Amateure, da auftauchten. Um halb neun war dann für mich Schluss. Hier ein Foto von etwa 5.45 Uhr.




Ich werde lieber nichts versprechen, aber ich werde versuchen ab jetzt etwas öfter zu schreiben.

Bis bald

23.07.2012

Verdammt

... viel Zeit ist seit meinem letzten Post vergangen.

Jetzt also das längst fällige Update.

Das Wichtigste vorweg: in 16 Tagen beginnt mein Urlaub! Ich kann es kaum noch erwarten endlich mal wieder nach Deutschland zu kommen und Familie und Freunde zu sehen. Immerhin bin ich dann auch schon acht Monate in den Emiraten. Zwar haben mich meine Eltern ende März besucht, aber dieser Besuch dauerte leider auch nur eine gute Woche und war viel zu schnell wieder vorbei.

Was gibt es hier sonst zu berichten?

Ich habe endlich einen eigenen fahrbaren Untersatz und bin endlich mobil! Nicht ganz unwichtig hier. Bei den jetzigen Temperaturen und der zum Teil sehr hohen Luftfeuchtigkeit geht man nicht unbedingt gerne vor die Tür, da ist ein klimatisiertes Auto wirklich eine Wohltat.

In der letzten Zeit hat sich in der Firma auch einiges getan, eine Menge Stellen sind neu besetzt worden. Einer meiner Kollegen hat nach Abu Dhabi zur Civil Defence Academy (Feuerwehrschule der Emirate) gewechselt. Ein weiter Kollege wird uns im August ebenfalls in Richtung Academy verlassen. Dafür kommen neue Kollegen und geht das Leben hier letztendlich ganz normal weiter.

In den letzten Wochen war ich gelegentlich im Hard Rock Cafe Dubai, wo ich ein paar sehr schöne Abende verbringen konnte. Nicht zuletzt wegen der erstklassigen Band, die bis zum Ramadan dort aufgetreten ist.

Stichwort Ramadan: der moslemische Fastenmonat wirkt sich auch auf uns aus, sowohl im alltäglichen Leben, als auch bei der Arbeit. Die Moslems dürfen in dieser Zeit bei Tageslicht nichts zu sich nehmen, auch nicht rauchen oder Kaugummi kauen. Und wir dürfen es nicht in deren Gegenwart! Also ist die Tür unseres Büros zurzeit tagsüber immer geschlossen.

Auch im normalen Leben merkt man den Ramadan. Zwar habe ich bisher nur wenige Tage davon mitbekommen, aber meine Kollegen haben mich mit den wichtigsten Informationen versorgt. 

Restaurants öffnen erst nach Sonnenuntergang und selbst in den großen Malls bekommt man zwar bei McDonalds und Co etwas, muss es aber im Auto verzehren.

Nicht ganz einfach wenn man bedenkt, dass unser Job machmal sehr anstrengend sein kann und man bei den jetzigen Temperaturen sehr schnell dehydriert. Aber selbst unter solchen Umständen lassen sich unsere einheimischen Kollegen nicht dazu bewegen wenigstens etwas Wasser zu trinken.

Nachdem ich hier in Fujairah seit einiger Zeit an der Heißausbildung beteiligt bin hatten wir jetzt die Möglichkeit auf dem Gelände der Civil Defence Academy in gasbefeuerten Flashover-Containern zu üben. Es war sehr interessant und hat eine Menge Spaß gemacht.









Sonst bleibt nur noch zu vermelden, dass es in Fujairah in letzter Zeit einsatztechnisch extrem ruhig ist, wir haben im Juli noch weniger Einsätze als sonst auch schon.

So viel für heute, bis zum nächsten Mal.

28.04.2012

Die Zeit vergeht...

Es ist geschafft, nach einer sehr mäßig begeisternden Saison hat der HSV heute mit einem torlosen Unentschieden gegen Mainz den Klassenerhalt gesichert (und weil Köln in Freiburg verloren hat). So kann man natürlich auch einen Anlass zum Feiern erzeugen. Muss aber in der nächsten Saison nicht wieder sein!

Was gibt es sonst Neues in Fujairah?

In den letzten Tagen war hier relativ viel Aufregung, da sich einige (mehr oder weniger große) Ereignisse anbahnten.

Zum Einen hat einer unserer einheimischen Firefighter geheiratet. Dazu sei auch noch erwähnt, dass er die Schwester eines anderen Firefighters geheiratet hat! Wir waren eingeladen und so bin ich mit zwei Kollegen und einem ehemaligen deutschen Mitarbeiter, der auf Urlaub hier war, am zweiten von drei Tagen der Feierlichkeiten bei seiner Hochzeit gewesen.

Wir wurden sehr freundlich und zuvorkommend aufgenommen, waren wir doch die einzigen Europäer auf dieser Feier. Es war ein sehr schöner Abend, wir hatten sehr viel Spaß, die Zeit verflog und so fiel uns der Abschied in der Nacht schwer. Leider mussten die Kollegen am nächsten Morgen wieder arbeiten. Da ich in der Woche wegen eines Lehrgangs im Tagdienst war hatte ich zum Glück frei und konnte ausschlafen.

Eine weit größere Hochzeit fand parallel statt. Die Tochter des Scheichs von Fujairah hat ebenfalls geheiratet. Man kann sich vorstellen, dass diese Feier in einem etwas größeren Rahmen ablief. Es wurde an jedem Tag der Feier Essen für 10.000 (!) Menschen aufgefahren! Ausserdem waren alle Scheichs der anderen Emirate, und damit auch das Staatsoberhaupt, angekündigt.

Sonst bleibt mir festzustellen, dass der Besuch meiner Eltern auch schon wieder drei Wochen her ist. Das passt aber wieder damit zusammen, dass ich jetzt auch schon fünf Monate in den Emiraten bin. Die Zeit verging extrem schnell! Und das Wichtigste daran: es macht immer noch sehr viel Spaß! Und: bis zu meinem ersten Heimaturlaub sind es auch nur noch etwas über drei Monate!

Einsatztechnisch ist es hier nach wie vor eher ruhig und der Alltag stresst hier auch nicht wirklich. So lässt es sich hier also sehr gut leben. Ich bin jedoch sehr gespannt auf den Sommer, wenn hier Temperaturen um die 45° Celsius (oder noch mehr) zu erwarten sind.

Bis zum nächsten mal...

07.04.2012

Besuch!

Schon ist er wieder vorbei, der Besuch meiner Eltern in den Emiraten. Viel zu schnell!

In der Nacht vom 28. auf den 29. März kamen meine Eltern in Dubai an, um mich hier zu besuchen und etwas von den Vereinigten Arabischen Emiraten zu sehen.

Da ich leider während dieser Zeit keinen Urlaub nehmen konnte, und um mobil zu sein, hatte ich mir ein Auto gemietet (einen Honda CRV mit 2400km, schönes Auto). Das war auch gut so, am Ende hatte ich damit etwa 2000 Kilometer abgespult. So bin ich morgens nach dem Dienst (wir arbeiten 24 Stunden, haben dann 48 Stunden frei) nach Dubai gefahren, um dann jeweils zwei schöne Tage mit meinen Eltern zu verbringen. Über Nacht hatte ich mir immer im selben Hotel wie meien Eltern ein Zimmer gebucht.

Ich hatte im Voraus eine Liste mit einigen Punkten bekommen, die meine Eltern gerne so weit wie möglich "abarbeiten" wollten. Ich hatte noch zu berücksichtigen, dass mein Vater am 31. März seinen 60. Geburtstag feiern würde. Dazu später mehr!

Als ich dann endlich bei meinen Eltern im Hotel ankam war die Freude sehr groß, schließlich hatten wir uns seit vier Monaten nicht gesehen.

Um hier nicht zu sehr auszuschweifen versuche ich kurz zusammen zu fassen, was wir in den sechs Tagen, die ich mit meinen Eltern verbringen durfte, geschafft haben.

Wir waren auf der Palm Jumeirah, haben uns den Burj Khalifa und die Dubai Fountains angesehen. Gold Souq und Spice-Souq in Deira und den Old Souq in Bur Dubai haben meine Eltern besucht, während ich arbeiten musste. Wir waren in Abu Dhabi und haben uns die Sheikh Zayed Moschee angesehen und danach einen Kaffee im Emirates Palace Hotel getrunken. Nicht fehlen durfte natürlich ein Besuch in Fujairah, schließlich lebe ich zur Zeit hier. Ausserdem haben wir noch einen sehr schönen Abend im Hard Rock Cafe Dubai verbracht, wo mal wieder die Band Shine mit einer überragenden Claire als Sängerin spielte.

Und dann war da ja noch der Geburtstag meines Vaters. Da man normalerweise nur einmal im Leben 60 Jahre alt wird und dieser runde Geburtstag nun auch noch in Dubai stattfinden konnte hatte ich mir etwas Besonderes für den Abend ausgesucht. Auf Empfehlung eines Kollegen hatte ich im Jumeirah Beach Hotel im Restaurant Villa Beach einen Tisch reserviert. Es war ein sehr schöner Abend mit direktem Blick auf den Burj al Arab! Ich habe die Gelegenheit genutzt und einige sehr schöne Fotos gemacht (natürlich nicht nur vom Burj al Arab)!


Gestern war dann leider schon wieder alles vorbei, am Nachmittag ging der Flug zurück nach Hamburg. Der Abschied viel mir schon schwer. Aber zum Glück werde ich spätestens im August nach Deutschland kommen. Ich freue mich schon sehr drauf!

Bis bald!

28.03.2012

Bericht zur Lage

Lange ist es her, dass ich hier etwas geschrieben habe. Aber jetzt gibts endlich mal ein Update.

In den letzten Wochen ist nicht wirklich viel passiert. Wir hatten eine Übung auf einem Raffinieriegelände, auch mal eine interessante Aktion. Hat aber sehr gut geklappt. Einsatztechnisch ist es auf unserer Schicht zur Zeit (zum Glück) sehr ruhig. Also gibt es in dieser Hinsicht nicht viel zu berichten.

Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass es langsam warm wird. Wir haben morgens um 7 Uhr schon über 20° Celsius. Aber das wird sicher noch viel mehr werden...

Ich war zusammen mit einem Kollegen in Abu Dhabi und habe mich hier ein wenig umgesehen. Ist eine recht schöne Stadt, nicht so groß wie Dubai. Und die Verkehrsführung ist normal. Hier hat man mit normalen Kreuzungen geplant und das Straßennetz rasterförmig angelegt. Das macht vieles einfacher. Gefahren wird aber auch hier wie Sau...

Zwischendurch haben wir auch mal ein paar schöne Fotos in Dubai gemacht. Da sind wirklich ein paar sehenswerte Aufnahmen bei entstanden (Dubai@night). Leider war in den letzten beiden Wochen das Wetter hier sehr durchwachsen und so sind geplante Fototouren durch Dubai leider immer wieder ausgefallen.


In der letzten Zeit gilt meine Aufmerksamkeit hier der Vorbereitung des Besuchs meiner Eltern. Die werden heute (28.3.) Nacht in Dubai landen... und ich "darf" arbeiten. Aber egal, es werden bestimmt ein paar schöne Tage werden und ich freue mich sehr darauf. Ich bin jetzt immerhin schon vier Monate hier im Lande.

Das solls dann auch erst mal wieder gewesen sein.

Schöne Grüße in die Heimat.

17.02.2012

Voll normal...


So langsam normalisiert sich das Leben hier. Alltag kehrt ein.

Wie ich das feststelle? Ganz einfach.

Es ist normal, im Januar oder Februar bei über 20° im Schatten im T-Shirt durch die Gegend zu laufen.

Es ist normal, durch die (ehemals?) größte Mall der Welt zu laufen um einzukaufen.

Es ist normal, mit Blick und in unmittelbarer Nähe zum höchsten Gebäude der Welt ein leckeres Steak zu genießen.



Aber auch auf der Arbeit kehrt der Alltag ein. Das Training mit den Locals verläuft gut, wenn es auch nicht immer einfach ist, auch nur halbwegs pünktlich anzufangen. Die Einsätze verlaufen mehr oder weniger ruhig und gesittet.

Eine Übung (Feuer) auf dem Gelände einer Raffinerie lief sehr gut und war mal ein interessantes Erlebnis.

Insgesamt macht es hier schon mächtig viel Spaß.


Vor gut einer Woche bin ich mit einem Kollegen zusammen über Nacht nach Dubai gefahren. Wir wollten endlich einmal die gesamte Show der Band Shine im Hard Rock Cafe sehen können, ohne am nächsten Tag arbeiten oder nachts noch nach Fujairah fahren zu müssen. Es war ein sehr schöner Abend mit super Live-Musik. Wenn jemand bis Ende März nach Dubai kommt und Lust auf gute Live-Musik hat sollte Er/Sie das Hard Rock Cafe im Festival Center besuchen!



Zuhause in Deutschland scheint ja auch alles beim Alten zu sein, eben ist der Bundespräsident zurückgetreten…

Soviel für heute, bis zum nächsten Mal.

27.01.2012

Eine (fast) unendliche Geschichte


Inzwischen bin ich ja nun schon eine ganze Zeit hier, genau genommen sind es jetzt 58 Tage.

Um in den Emiraten ein normales Leben führen zu können, also auch mit einem Auto fahren zu dürfen, benötigt man als Inhaber eines Residental Visums einen nationalen Führerschein.

Gestern war es dann endlich soweit, ich konnte nach einem nahezu unfassbaren bürokratischen Aufwand meine UAE Driving License in Empfang nehmen. Aber der Reihe nach…

Um einen Führerschein beantragen zu können benötigt man eine Bescheinigung seines Arbeitgebers darüber, dass man auch wirklich hier arbeitet. Diesen sogenannten Company Letter zu bekommen war noch vergleichsweise einfach. Ich brauchte nur unseren Koordinator ansprechen, der Letter wurde gedruckt und musste dann noch von jemandem aus der Operation Section, also einem hochrangigen Local, unterschrieben werden. Das alles dauerte etwa eine dreiviertel Stunde.

Da es in den Vorinformationen hieß, ein internationaler Führerschein sei von Vorteil, hatte ich mir einen solchen noch in Deutschland besorgt. Also hin zum Traffic Department, ins nächste Büro gestiefelt und praktisch gleich wieder raus – ich brauchte eine Übersetzung des internationalen Führerscheins, so der Captain, dessen Büro wir gerade nach teils freundlicher, teils etwas abweisender Aufforderung betreten hatten.

Wir, das sind ein Kollege, der mich in dieser Zeit begleitete, und ich. An dieser Stelle noch mal vielen Dank für die Unterstützung jeder Art!

Direkt im Anschluss sind wir zum Übersetzer gefahren, der konnte die Übersetzung aber erst am Abend fertig machen. Damit hatte sich dann ein erneuter Besuch im Traffic Department noch am gleichen Tag erledigt.

Am nächsten Tag standen wir dann wieder im Büro eines Captains und ich legte ihm meine Unterlagen vor. Interessant war die Reaktion auf den Company Letter. Dieser besagt nämlich etwas in der Art, dass ich für Abu Dhabi Police arbeite. Leider kann ich noch kein arabisch, also muss ich da spekulieren. Jedenfalls wandelte sich die bisher eher abweisende Haltung des Offiziers nach lesen des Company Letters in Freundlichkeit und er bezeichnete uns als Kollegen. So etwas kann in diesem Land extrem hilfreich sein! Leider war ich immer noch nicht am Ziel, ich hatte nämlich mein Residental Visum noch nicht! Also wieder nichts…

Das Visum und damit meinen Pass bekam ich dann wenige Tage später wieder aus Abu Dhabi zurück, der nächste Besuch im Traffic Department konnte kommen.

Hier lief dann auch alles bestens. An den Schalter, den Internationalen Führerschein samt Übersetzung, den Pass mit dem Visum und den Antrag für die ID-Card vorgelegt. Danach bekam ich einen Laufzettel, musste zum Medical Check (ja, schon wieder, war aber nur ein flüchtiger Sehtest und die Abfrage der Blutgruppe) und in ein anderes Gebäude, um Fingerabdrücke abzugeben.

Mit allem wieder zurück zum Schalter, wieder alle Unterlagen vorgelegt. Nachdem der Beamte die Papiere durchgesehen hatte fragte er mich dann, wo denn die Nummer des deutschen Führerscheins in der Übersetzung steht. Steht sie nicht, ist ja die Übersetzung des Internationalen Führerscheins, der hat eine eigene Nummer. Um hier nicht zu ausschweifend zu werden: wir mussten zum Manager des Traffic Departments. Wenn er die Übersetzung so unterschreibt könnte ich meinen Führerschein sofort bekommen.

Nach kurzer Diskussion mit dem Manager wurden wir dann wieder verbschiedet, allerdings mit dem Hinweis, dass ich doch bitte eine Übersetzung des deutschen Führerscheins mitbringen möchte.

Und nu? In Fujairah gibt es niemanden, der einen deutschen Führerschein übersetzen kann…

Bei der Suche nach einem Übersetzer kam uns sofort die Idee, uns beim Konsulat in Dubai zu erkundigen, die machen aber um 11 Uhr (!) zu, es war aber schon kurz nach 11. Also die Botschaft in Abu Dhabi angerufen (die hat immerhin bis 12 Uhr geöffnet). Von dort bekam ich dann gesagt, dass das Konsulat die Übersetzungen machen könne.

So sind wir dann am nächsten Tag nach Dubai gefahren, geplant war unsere Ankunft im Konsulat für etwa 9 Uhr, was auch ganz gut geklappt hat. Da hat man mir dann freundlich mitgeteilt, dass das Konsulat keine Übersetzungen macht. Ich bekam eine Liste mit vereidigten Übersetzern, immerhin…

Die zweite Übersetzerin auf der Liste sagte mir am Telefon dann auch zu, die Übersetzung am selben Tag zu machen, wir müssten nur zu ihr fahren, das war direkt an der Mall oft he Emirates, praktisch einmal durch die Stadt. Und das ist in Dubai ein langer Weg!! Wir fanden dann nach einigen Anrufen zur Orientierung und Leitung die entsprechende Wohnung und konnten insgesamt 3 Führerscheine übersetzen lassen (wir hatten die Führerscheine zweier neuen Kollegen mitgenommen).

So weit, so gut. Nur langsam wurde die Zeit knapp, das Konsulat hat ja so großzügige Öffnungszeiten. Also habe ich um kurz vor 11 Uhr noch mal im Konsulat angerufen und konnte der Dame die Zusage abringen mich noch zu empfangen, wenn ich bis halb 12 im Konsulat bin.

Irgendwie haben wir es dann hinbekommen, inklusive Fußweg zur Mall und Autofahrt durch die Stadt, mich rechtzeitig auf der Kreuzung vor dem Gebäude anzukommen. Um kurz nach 12 Uhr hatte ich dann die Beglaubigung der Übersetzungen vom Konsulat.

Am nächsten freien Tag sind wir dann direkt vom Dienst aus wieder zum Traffic Department gefahren.

Wieder sind wir an den Schalter, wieder alle Unterlagen vorgelegt… Und wieder hatte der Beamte am Schalter was auszusetzen. Er wollte eine Lizenz unserer Firma haben!? Wir sollten doch bitte die Firma anrufen und diese Lizenz faxen lassen. Dazu sei bemerkt, dass unsere Firma für die Polizei von Abu Dhabi arbeitet (zu der auch der Beamte gehörte) und als Sponsor für die Visa auftritt! Es wirkte ein wenig wie Schikane…

Um auch dieses Problem zu lösen habe ich direkt unseren CEO auf dem Handy angerufen und ihm mein Problem geschildert, das Kopfschütteln konnte ich durch das Telefon hören! Ich hätte die Lizenz bekommen, war aber zum Glück dann doch nicht mehr nötig.

Ich konnte dann also glücklich mit einem UAE-Führerschein aus dem Traffic Department spazieren.

Fazit: Nicht nur wir deutschen sind gut in Bürokratie, hier sind die mindestens genauso gut. Jemand hat das mal als Bürokratie 2.0 bezeichnet und ich verstehe ihn jetzt.

Hier mal eine kleine Abrechnung:

Übersetzung intern. Führerschein:   100 Dirham
Übersetzung deutscher Führerschein:   150 Dirham
Beglaubigung durch das  Konsulat:   95 Dirham
Gebühren Traffic Department:   360 Dirham

Der Wechselkurs liegt zur Zeit bei 1€ = 4,83AED, damit ist dieser Führerschein das teuerste Dokument, das ich je hab machen lassen!

Aber egal, Hauptsache geschafft und ich darf jetzt in den Emiraten PKW und LKW fahren.


Bis zum nächsten Mal, schöne Grüße aus einem sehr interessanten Land…

04.01.2012

Murphys Law...


Es hat sich wieder einiges ereignet… leider nicht nur Angenehmes.

Gestern haben wir einen Kollegen unserer Schicht und seine Freundin nach Dubai zum Flughafen gebracht, er hat seine Zeit hier beendet und also war Abschied nehmen angesagt.

Da die beiden mit umfangreichem Gepäck reisten und noch zwei Kollegen aus einer anderen Schicht mitfahren wollten sind wir mit zwei Autos gefahren. Die beiden haben mit ihrem Fahrer dann noch einen Halt an der Post in Fujairah eingelegt, wir sind zu dritt schon losgefahren.

Die Strecke nach Dubai ist seit der Eröffnung eines neuen Highways nicht nur kürzer, sondern auch optisch recht ansprechend geworden. Etwa eine halbe Stunde vor Dubai geschah dann etwas, was uns wohl noch einige Tage beschäftigen wird.

Auf der Straße war eine Gruppe Rennradfahrer unterwegs, nach hinten durch einen Geländewagen mit Anhänger und einen Kleinbus abgesichert. Ich war in dem Moment mit irgendetwas anderem beschäftigt, auf jeden Fall hatte ich gerade nicht auf die Straße geachtet, als ich das „oh“ vom Fahrer hörte, er voll in die Eisen stieg und ich beim Blick nach vorne nur noch einen sich wild überschlagenden Geländewagen sah. Der hatte Sekundenbruchteile zuvor den Kleinbus der Radfahrer mit sehr hoher Geschwindigkeit hinten rechts getroffen und bis zur Hinterachse zusammengeschoben. Der Kontakt ereignete sich auf der rechten Spur, beide Fahrzeuge befanden sich am Ende an der Mittelabsperrung im Sand, der Kleinbus auf allen Vieren, der Geländewagen auf dem Dach.



Ab jetzt lief ziemlich alles automatisch ab, wir waren praktisch wieder mitten in einem Einsatz. Der Fahrer des Geländewagens kletterte selbständig aus seinem Wrack und wurde, verwirrt und geschockt, von einem Kollegen betreut. Wie ich später erfuhr sprach er kein Wort Englisch, also eine wirkliche Herausforderung. Der andere Kollege hatte schon sein Handy in der Hand, Notruf absetzen. Weiter: Blick in das Wrack, ob sich noch jemand in dem Fahrzeug befindet – negativ. Aber: der Beifahrer wurde aus dem Fahrzeug geschleudert und lag ernsthaft verletzt auf der anderen Seite der Mittelabsperrung, beinahe auf der Gegenfahrbahn. Irgendwoher der Ruf, dass mehrere Ambulances kommen, gut, Hilfe ist unterwegs. Der Mann zu meinen Füßen hat starke Schmerzen, zum Glück taucht nach einiger Zeit ein Arzt auf, dem ich den Patienten übergeben kann. Trotzdem bleibe ich noch bei ihm.

Währenddessen befreien hilfsbereite Passanten zusammen mit den Kollegen zwei eingeklemmte Passagiere aus den hinteren Reihen des Kleinbusses, die durch die Wucht des Aufpralls mächtig zusammengeschoben worden sind.

Die inzwischen Anwesenden Polizisten machen einen eher hilflosen Eindruck und wirken sehr glücklich darüber, dass da ein paar Ausländer sind, die sich tatkräftig um die Verletzten kümmern.

Als dann endlich die erste Ambulance eintrifft (wie so oft in solchen Fällen nach einer gefühlten Ewigkeit) ist das leider noch keine Garantie dafür, dass es dem Patienten dann auch wirklich besser geht. Zum Glück hat der Arzt das Kommando übernommen, die Fahrer der Ambulances sind hier bessere Möbelpacker – und so werden leider auch die Patienten behandelt. Kurzum, das Einladen in das Auto endete damit, dass er sehr unsanft abgelegt wurde und daraufhin an der gesamten Unfallstelle zu hören war. Ich hoffe inständig, dass ich diesen „Rettungsdienst“ NIE in Anspruch nehmen muss.

Als dann alles so weit abgearbeitet war konnten wir endlich weiterfahren, es war jedoch recht still im Auto. Die Kollegen hatten inzwischen die Unfallstelle passiert und waren schon weiter nach Dubai gefahren, hatten eben den Flughafen erreicht, nach einer halben Stunde waren wir dann ebenfalls da.

Nachdem dann endlich alle Hindernisse beim Check-In überwunden waren (die Maschine war überbucht) verabschiedeten wir uns von den beiden. Danach fuhr ich mit einem Kollegen weiter zur Dubai Mall, direkt am Burj Khalifa. Er kennt sich hier schon ein wenig aus und kann mir so wertvolle Tipps zum Beispiel für unser Mittagessen geben. Lecker Steak mit Blick auf den Burj Khalifa bei bestem Wetter und 26° im Schatten… was will man mehr.



Nach einer ausgiebigen Shoppingtour in der Dubai Mall entschlossen wir uns den Abend im Hardrock Cafe Dubai zu verbringen. Und was für ein Abend!! Der Rockshop wurde von einigen Textilien befreit und danach ging es ins Cafe, in kürze sollte eine Band auftreten.

Zum Glück hatte ich meine All Acces Karte dabei, die machte den Abend noch etwas angenehmer. Als ich sie vorzeigte bekamen wir innerhalb einer Minute einen Tisch mit bestem Blick auf die Bühne. Außerdem bekamen wir auf Textilien und alles andere (außer alkoholische Getränke) 10% Discount. Schönes Ding!

Alles in allem war das dann noch ein sehr schöner Abend, die Liveband erwies sich als sehr gute australische Coverband und die Burger schmeckten sehr lecker. Leider mussten wir beide am nächsten Morgen wieder arbeiten, daher haben wir schweren Herzens gegen halb elf das Hardrock Cafe Dubai verlassen um die etwas 1,5 Stunden dauernde Heimfahrt nach Fujairah anzutreten.

Eins steht jedoch schon fest: es wird eine Wiederholung dieses Abends geben. Ob auch dann mit so guter Livemusik steht in den Sternen.

Insgesamt hatten wir also einen sehr schönen, teils extrem aufregenden, Tag, den wir in Teilen auf jeden Fall wiederholen wollen.

Bis bald…

01.01.2012

Frohes neues Jahr!

Ich wünsche euch ein frohes neues Jahr und dass ihr so gut reingekommen seid wie ich.

Auf ein erfolgreiches und vor allem gesundes neues Jahr.