04.01.2012

Murphys Law...


Es hat sich wieder einiges ereignet… leider nicht nur Angenehmes.

Gestern haben wir einen Kollegen unserer Schicht und seine Freundin nach Dubai zum Flughafen gebracht, er hat seine Zeit hier beendet und also war Abschied nehmen angesagt.

Da die beiden mit umfangreichem Gepäck reisten und noch zwei Kollegen aus einer anderen Schicht mitfahren wollten sind wir mit zwei Autos gefahren. Die beiden haben mit ihrem Fahrer dann noch einen Halt an der Post in Fujairah eingelegt, wir sind zu dritt schon losgefahren.

Die Strecke nach Dubai ist seit der Eröffnung eines neuen Highways nicht nur kürzer, sondern auch optisch recht ansprechend geworden. Etwa eine halbe Stunde vor Dubai geschah dann etwas, was uns wohl noch einige Tage beschäftigen wird.

Auf der Straße war eine Gruppe Rennradfahrer unterwegs, nach hinten durch einen Geländewagen mit Anhänger und einen Kleinbus abgesichert. Ich war in dem Moment mit irgendetwas anderem beschäftigt, auf jeden Fall hatte ich gerade nicht auf die Straße geachtet, als ich das „oh“ vom Fahrer hörte, er voll in die Eisen stieg und ich beim Blick nach vorne nur noch einen sich wild überschlagenden Geländewagen sah. Der hatte Sekundenbruchteile zuvor den Kleinbus der Radfahrer mit sehr hoher Geschwindigkeit hinten rechts getroffen und bis zur Hinterachse zusammengeschoben. Der Kontakt ereignete sich auf der rechten Spur, beide Fahrzeuge befanden sich am Ende an der Mittelabsperrung im Sand, der Kleinbus auf allen Vieren, der Geländewagen auf dem Dach.



Ab jetzt lief ziemlich alles automatisch ab, wir waren praktisch wieder mitten in einem Einsatz. Der Fahrer des Geländewagens kletterte selbständig aus seinem Wrack und wurde, verwirrt und geschockt, von einem Kollegen betreut. Wie ich später erfuhr sprach er kein Wort Englisch, also eine wirkliche Herausforderung. Der andere Kollege hatte schon sein Handy in der Hand, Notruf absetzen. Weiter: Blick in das Wrack, ob sich noch jemand in dem Fahrzeug befindet – negativ. Aber: der Beifahrer wurde aus dem Fahrzeug geschleudert und lag ernsthaft verletzt auf der anderen Seite der Mittelabsperrung, beinahe auf der Gegenfahrbahn. Irgendwoher der Ruf, dass mehrere Ambulances kommen, gut, Hilfe ist unterwegs. Der Mann zu meinen Füßen hat starke Schmerzen, zum Glück taucht nach einiger Zeit ein Arzt auf, dem ich den Patienten übergeben kann. Trotzdem bleibe ich noch bei ihm.

Währenddessen befreien hilfsbereite Passanten zusammen mit den Kollegen zwei eingeklemmte Passagiere aus den hinteren Reihen des Kleinbusses, die durch die Wucht des Aufpralls mächtig zusammengeschoben worden sind.

Die inzwischen Anwesenden Polizisten machen einen eher hilflosen Eindruck und wirken sehr glücklich darüber, dass da ein paar Ausländer sind, die sich tatkräftig um die Verletzten kümmern.

Als dann endlich die erste Ambulance eintrifft (wie so oft in solchen Fällen nach einer gefühlten Ewigkeit) ist das leider noch keine Garantie dafür, dass es dem Patienten dann auch wirklich besser geht. Zum Glück hat der Arzt das Kommando übernommen, die Fahrer der Ambulances sind hier bessere Möbelpacker – und so werden leider auch die Patienten behandelt. Kurzum, das Einladen in das Auto endete damit, dass er sehr unsanft abgelegt wurde und daraufhin an der gesamten Unfallstelle zu hören war. Ich hoffe inständig, dass ich diesen „Rettungsdienst“ NIE in Anspruch nehmen muss.

Als dann alles so weit abgearbeitet war konnten wir endlich weiterfahren, es war jedoch recht still im Auto. Die Kollegen hatten inzwischen die Unfallstelle passiert und waren schon weiter nach Dubai gefahren, hatten eben den Flughafen erreicht, nach einer halben Stunde waren wir dann ebenfalls da.

Nachdem dann endlich alle Hindernisse beim Check-In überwunden waren (die Maschine war überbucht) verabschiedeten wir uns von den beiden. Danach fuhr ich mit einem Kollegen weiter zur Dubai Mall, direkt am Burj Khalifa. Er kennt sich hier schon ein wenig aus und kann mir so wertvolle Tipps zum Beispiel für unser Mittagessen geben. Lecker Steak mit Blick auf den Burj Khalifa bei bestem Wetter und 26° im Schatten… was will man mehr.



Nach einer ausgiebigen Shoppingtour in der Dubai Mall entschlossen wir uns den Abend im Hardrock Cafe Dubai zu verbringen. Und was für ein Abend!! Der Rockshop wurde von einigen Textilien befreit und danach ging es ins Cafe, in kürze sollte eine Band auftreten.

Zum Glück hatte ich meine All Acces Karte dabei, die machte den Abend noch etwas angenehmer. Als ich sie vorzeigte bekamen wir innerhalb einer Minute einen Tisch mit bestem Blick auf die Bühne. Außerdem bekamen wir auf Textilien und alles andere (außer alkoholische Getränke) 10% Discount. Schönes Ding!

Alles in allem war das dann noch ein sehr schöner Abend, die Liveband erwies sich als sehr gute australische Coverband und die Burger schmeckten sehr lecker. Leider mussten wir beide am nächsten Morgen wieder arbeiten, daher haben wir schweren Herzens gegen halb elf das Hardrock Cafe Dubai verlassen um die etwas 1,5 Stunden dauernde Heimfahrt nach Fujairah anzutreten.

Eins steht jedoch schon fest: es wird eine Wiederholung dieses Abends geben. Ob auch dann mit so guter Livemusik steht in den Sternen.

Insgesamt hatten wir also einen sehr schönen, teils extrem aufregenden, Tag, den wir in Teilen auf jeden Fall wiederholen wollen.

Bis bald…

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