Es hat sich wieder einiges ereignet… leider nicht nur Angenehmes.
Gestern haben wir einen Kollegen unserer Schicht und seine
Freundin nach Dubai zum Flughafen gebracht, er hat seine Zeit hier beendet und
also war Abschied nehmen angesagt.
Da die beiden mit umfangreichem Gepäck reisten und noch zwei
Kollegen aus einer anderen Schicht mitfahren wollten sind wir mit zwei Autos
gefahren. Die beiden haben mit ihrem Fahrer dann noch einen Halt an der Post in
Fujairah eingelegt, wir sind zu dritt schon losgefahren.
Die Strecke nach Dubai ist seit der Eröffnung eines neuen
Highways nicht nur kürzer, sondern auch optisch recht ansprechend geworden.
Etwa eine halbe Stunde vor Dubai geschah dann etwas, was uns wohl noch einige Tage
beschäftigen wird.
Auf der Straße war eine Gruppe Rennradfahrer unterwegs, nach
hinten durch einen Geländewagen mit Anhänger und einen Kleinbus abgesichert. Ich
war in dem Moment mit irgendetwas anderem beschäftigt, auf jeden Fall hatte ich
gerade nicht auf die Straße geachtet, als ich das „oh“ vom Fahrer hörte, er
voll in die Eisen stieg und ich beim Blick nach vorne nur noch einen sich wild
überschlagenden Geländewagen sah. Der hatte Sekundenbruchteile zuvor den
Kleinbus der Radfahrer mit sehr hoher Geschwindigkeit hinten rechts getroffen
und bis zur Hinterachse zusammengeschoben. Der Kontakt ereignete sich auf der
rechten Spur, beide Fahrzeuge befanden sich am Ende an der Mittelabsperrung im
Sand, der Kleinbus auf allen Vieren, der Geländewagen auf dem Dach.
Ab jetzt lief ziemlich alles automatisch ab, wir waren
praktisch wieder mitten in einem Einsatz. Der Fahrer des Geländewagens kletterte
selbständig aus seinem Wrack und wurde, verwirrt und geschockt, von einem
Kollegen betreut. Wie ich später erfuhr sprach er kein Wort Englisch, also eine
wirkliche Herausforderung. Der andere Kollege hatte schon sein Handy in der
Hand, Notruf absetzen. Weiter: Blick in das Wrack, ob sich noch jemand in dem
Fahrzeug befindet – negativ. Aber: der Beifahrer wurde aus dem Fahrzeug
geschleudert und lag ernsthaft verletzt auf der anderen Seite der
Mittelabsperrung, beinahe auf der Gegenfahrbahn. Irgendwoher der Ruf, dass
mehrere Ambulances kommen, gut, Hilfe ist unterwegs. Der Mann zu meinen Füßen
hat starke Schmerzen, zum Glück taucht nach einiger Zeit ein Arzt auf, dem ich
den Patienten übergeben kann. Trotzdem bleibe ich noch bei ihm.
Währenddessen befreien hilfsbereite Passanten zusammen mit
den Kollegen zwei eingeklemmte Passagiere aus den hinteren Reihen des
Kleinbusses, die durch die Wucht des Aufpralls mächtig zusammengeschoben worden
sind.
Die inzwischen Anwesenden Polizisten machen einen eher
hilflosen Eindruck und wirken sehr glücklich darüber, dass da ein paar Ausländer
sind, die sich tatkräftig um die Verletzten kümmern.
Als dann endlich die erste Ambulance eintrifft (wie so oft
in solchen Fällen nach einer gefühlten Ewigkeit) ist das leider noch keine Garantie
dafür, dass es dem Patienten dann auch wirklich besser geht. Zum Glück hat der
Arzt das Kommando übernommen, die Fahrer der Ambulances sind hier bessere
Möbelpacker – und so werden leider auch die Patienten behandelt. Kurzum, das
Einladen in das Auto endete damit, dass er sehr unsanft abgelegt wurde und
daraufhin an der gesamten Unfallstelle zu hören war. Ich hoffe inständig, dass
ich diesen „Rettungsdienst“ NIE in Anspruch nehmen muss.
Als dann alles so weit abgearbeitet war konnten wir endlich
weiterfahren, es war jedoch recht still im Auto. Die Kollegen hatten inzwischen
die Unfallstelle passiert und waren schon weiter nach Dubai gefahren, hatten
eben den Flughafen erreicht, nach einer halben Stunde waren wir dann ebenfalls
da.
Nach einer ausgiebigen Shoppingtour in der Dubai Mall
entschlossen wir uns den Abend im Hardrock Cafe Dubai zu verbringen. Und was
für ein Abend!! Der Rockshop wurde von einigen Textilien befreit und danach
ging es ins Cafe, in kürze sollte eine Band auftreten.
Alles in allem war das dann noch ein sehr schöner Abend, die
Liveband erwies sich als sehr gute australische Coverband und die Burger
schmeckten sehr lecker. Leider mussten wir beide am nächsten Morgen wieder
arbeiten, daher haben wir schweren Herzens gegen halb elf das Hardrock Cafe
Dubai verlassen um die etwas 1,5 Stunden dauernde Heimfahrt nach Fujairah
anzutreten.
Eins steht jedoch schon fest: es wird eine Wiederholung
dieses Abends geben. Ob auch dann mit so guter Livemusik steht in den Sternen.
Insgesamt hatten wir also einen sehr schönen, teils extrem
aufregenden, Tag, den wir in Teilen auf jeden Fall wiederholen wollen.
Bis bald…
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